Methodistische Kirche verlässt Münchberg

22.01.2016 15:26

Münchberg - Die evangelisch-methodistische Kirche hat mit einem Gottesdienst ihre Gemeindearbeit in Münchberg beendet. Ursache, aus der Kirche auszuziehen, ist das durchschnittlich hohe Alter der Mitglieder. Der auf ehrenamtliche Mitarbeiter angewiesenen Gemeinschaft gehen somit die Helfer aus.

Die Situation sah noch vor wenigen Jahren ganz anders aus. Erst 2010 zog die Gemeinde von Stammbach in eine ehemalige Bank in der Nachbarkommune, weil das Gebäude in Stammbach auf Dauer zu klein sei und man die Entwicklungsmöglichkeiten in dem Ort als begrenzt ansah. Auch wohnten in Münchberg viele der Gemeindemitglieder. In den folgenden Jahren hielt die Gemeinde Veranstaltungen wie Freiluftgottesdienste ab, in denen unter anderem Heimatgeschichte und die Flüchtlingsbetreuung Themen waren. Zudem engagierte sich Pastorin Beate Lasch in der Arbeit für Asylanten. Die Geistliche verließ allerdings im vergangenen Sommer Münchberg, um im hessischen Dillenburg zu wirken. Der Abschied aus Franken fiel ihr, nach eigenem Bekunden nicht leicht.

In der nun letzten Münchberger Andacht ging der Pegnitzer Pastor Stefan Schörk auf die Geschichte der Methodisten in Oberfranken ein und sagte, sowohl Gründungen als auch Schließungen von Gemeinden der Glaubensgemeinschaft habe es bereits an mehreren Orten gegeben. Von allen dieser Gruppen gingen jedoch Segensspuren aus, so sei auch die Arbeit in Münchberg nicht vergeblich gewesen. "Es gehört zum Reich Gottes, dass aus Situationen, die Menschen für gescheitert erklären, neues Leben entstehen kann."

In einem Telefongespräch mit der Frankenpost äußerte sich nun Schörk, der für die Betreuung der Gemeinde Münchberg zuständig war, über die vielen Gründe, die zu deren Auflösung führten und die für alle Beteiligten gewiss kein einfacher Schritt gewesen sei.

Schörk nannte zuvorderst die Altersstruktur der Mitglieder und die dadurch fehlenden Ressourcen bei den Mitarbeiter. Es hätten sich immer mehr Schwierigkeiten aufgetan, Ehrenamtliche zu finden, die sich in der Vorbereitung von Gottesdiensten einbrachten und sich um Musik, Technik, Blumenschmuck, Putzdienst und andere notwendige Sachen kümmerten. "Die Tätigkeiten mussten auf immer weniger Schultern verteilt werden, Menschen sind kräftemäßig an ihre Grenzen gegangen", erklärte der Geistliche. So spielten viele Faktoren zusammen, zu denen auch Mietkosten für die Räume zählten.

Schörk erklärte, dass er sich eine andere Lösung als die Schließung der Münchberger Kirche gewünscht hätte, doch sei es nicht gelungen, Mitstreiter zu gewinnen, um die Fülle der Aktivitäten aufrechtzuerhalten. Er lobte die freiwilligen Helfer. Auf die Frage, ob damit die Betreuung von Flüchtlingen durch die Methodisten ad acta gelegt sei, sagte Schörk: "Die Menschen sind ja noch da. Die Leute engagieren sich nach wie vor dort, wo sie ihren Platz sehen."

Den Münchberger Methodisten bieten jetzt die Schwestergemeinden in Hof und Bayreuth eine neue geistliche Heimat an. Wobei Schörk nicht ausschließt, dass einige in der Pulschnitzstadt zur evangelischen Landeskirche wechseln.

 

Quelle: FP, W.Bußler 22.1.2016

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